Posts mit dem Label Internationale Jugendarbeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Internationale Jugendarbeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

März 08, 2016

Von Entdeckungstouren und Informationskriegen

Hallo an alle interessierten Leserinnen und Leser,

seit genau einem Monat arbeite ich nun schon als Praktikant beim Politischen Jugendring. Mein Name ist Raphael Bittner und ich nutze meine vorlesungsfreie Zeit zwischen den Semestern, um an mehreren Projekten des PJR mitzuarbeiten.


Zunächst ist da der trinationale Austausch von russischen, ukrainischen und deutschen Jugendlichen, den wir jetzt im März mit einer deutsch-russischen Bildungsreise nach St. Petersburg (14.-21.03.16) einläuten werden. Unser Thema hierfür lautet „Meinungsfreiheit und Informationskriege“ und wird uns während unserer Reise auf vielfältige Weise begleiten. Im Vorfeld schrieb ich am Exkursionsguide mit, den wir unseren Teilnehmern als Handreichung austeilen werden. Bereits diese Woche veranstalten wir vorbereitend zwei Workshop-Tage zu den Themen „Medienfreiheit und Demokratie“ sowie „Krieg und Medien“, an deren Vorbereitung ich engagiert mitgewirkt habe.

Außerdem habe ich an einer neuen Actionbound-Tour, das heißt einer Tablet-gestützten Stadtentdeckung, gearbeitet. Im April werde ich an drei Terminen mit Jugendlichen, die sich auf die Jugendweihe vorbereiten, eine Tour zum Thema „Friedliche Revolution“ machen. Dabei suchen wir Spuren, Erinnerungsorte und Denkmäler, welche mit den Ereignissen in Dresden im Herbst 1989 zu tun haben. Europäische Geschichte vor der eigenen Haustür sozusagen! Ich freue mich darauf.

Schließlich beteiligte ich mich auch noch am Bastelangebot des PJR in der Erstaufnahmeeinrichtung auf der Bergstraße, bei dem wir mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen verschiedenste kreative Dinge fabrizieren. Zudem begleitete ich eine Klasse des Nexö-Gymnasiums bei der Durchführung des Klassenrats.

Momentan bereite ich ein Planspiel vor, das die Diskussionen um die Unterbringung von Asylbewerbern in den Kommunen erfahrbar machen soll und außerdem die Möglichkeit bieten kann, sich in eine andere Rolle hineinzuversetzen und diese zu spielen. Das Planspiel soll zukünftig als Tagesangebot an Schulen durchgeführt werden.

Beste Grüße
Raphael


April 17, 2015

Match it!

Match it! 

Is apolitical adolescence in a democracy possible?

Ende letzten Monats wurde in Dresden ein internationaler Workshop für deutsche und tschechische NGOs, ein Austauschprogramm für Fachkräfte der außerschulischen Jugendbildung, durchgeführt.  Natürlich waren wir vom PJR Dresden auch mit dabei.  Der Workshop fokussierte auf die außerschulische und schulische politische Bildung und Demokratieerziehung, und stellte sich wichtige Fragen: Was bedeutet Politik bei den Jugendlichen und wie kann man die Jugendlichen für Demokratieentwicklung  und Beteiligung an sozial-politischen Prozessen begeistern.
Die Veranstaltung war im schönen und sehr gemütlichen Haus der Brücke – Most – Stiftung  in Dresden Blasewitz, die zusammen mit der AdB und MKC Praha (Multicultural Center) für die Maßnahme organisatorisch und inhaltlich verantwortlich war. Der Workshop war theoretisch sowie praktisch sehr gut ausgestattet, und bot eine super Möglichkeit, Kontakte mit tschechischen Organisationen aufzubauen.

Am ersten Tag haben wir uns kennengelernt, danach unsere Vorstellungen, Wünsche geäußert und aktuelle Standpunkte in der Jugendbildung deutlich gemacht. Frau Dr. Brigitte Fuhrmann von der Technischen Universität Dresden hielt ihren Vortrag zum Thema „What is political / apolitical to youngsters today?“. Es ging um eine Umfrage unter Jugendlichen, bei der sie auswählen sollten was politisch und was nicht politisch in ihrem Leben heißt. Weiter stellte Frau Dr. Fuhrmann einige Konzepte und Theorien zur politischen Bildung, neue Wege der Politikvermittlung, vor.

Am Dienstag, unserem zweiten Workshoptag, besuchten wir Organisationen in Dresden, die sich mit der politischen non-formalen Jugendbildung beschäftigen. So waren wir beispielsweise beim Fanprojekt von Dynamo Dresden. Das Fanprojekt strebt die Entwicklung und Verstetigung einer sportlich fairen, toleranten Fankultur und die Eindämmung von Gewalt an. Als ein interessantes Projekt stellte die Organisation ihr Lernzentrum „Denkanstoß“ vor, bei dem viele verschiedene Bildungsmodule angeboten werden. 
Als nächsten Punkt haben wir uns in Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe sollte zwei weitere Organisationen besuchen und ihre praktischen Erfahrungen aufnehmen. Unser Verein hatte auch die Ehre, sich vorzustellen und unsere Projektarbeit zu präsentieren. Tobias und ich haben eine Präsentation gemacht und, so glauben wir, einen guten Eindruck bei den Besuchern hinterlassen.
Später am Abend haben die TN ihre eigene Organisationen in der Form eines NGO-Marktes präsentiert. Für mich persönlich war es eine tolle Methode, um uns besser kennenzulernen und unsere Bildungsfelder zu vergleichen. Natürlich war das wichtigste Ziel, einen Partner für spätere gemeinsame Projekte mit Tschechien zu finden. Es hat super geklappt. Wir haben nun echt viele Kontakte und einige neue Ideen für einen Austausch mit Tschechien aufgebaut.
Am nächsten Tag sprachen wir über einen gemeinsamen europäischen Raum und was für uns Europa ist. Da versuchten wir aus einer Menge Begriffe ein funktionierendes und attraktives Europa zu basteln. Als ein praxisorientierter Teil des Austauschs lud die Brücke-Most-Stiftung die Berliner Organisation „Gesicht zeigen!“ mit ihrem spannenden Projekt „7 x Jung“ ein. Die Ausstellung knüpft an Erlebnisse der Jugendlichen in der NS-Zeit in 7 Lebensbereichen (Beruf, Wohnung, Familie …) an, und transformiert ihre Erlebnisse künstlerisch in die Gegenwart. Dazu gab es noch viele Bildungsangebote für Schüler, Jugendgruppen aus Berlin, Deutschland und dem Ausland. Ja, eine riesige Arbeit und ganz beeindruckende und außergewöhnliche Ideen. 



Innerhalb dieser Tage sind mehrere Ideen für deutsch-tschechische Kooperation und einen positiven Dialog entstanden. Die tschechischen und die deutschen Organisationen möchten gern weiter in Kontakt blebien und die demokratischen Prinzipien bei den Jugendlichen verbreiten. Der Workshop war ein sehr erfolgreiche Basis für den zweiten Teil des Austauschprogramms in Tschechien: viele neue Begriffe, spezielles Lexikon, neue Methoden, praktische Beispiele, Diskussionen und kultureller Austausch - das alles haben wir in dem Workshop miterlebt und erfahren. Besonders wichtig waren natürlich die freundliche Atmosphäre und neue zündende Ideen und Initiativen der TN und Organisatoren. 

Ich bin nun gespannt, was uns bei dem 2. Teil erwartet. Ich hoffe es wird wieder sehr wertvoll  und brisant sein. Ich bedanke mich sehr bei allen Organisatoren der Veranstaltung und allen TN, die ihren Beitrag und ihre Erfahrungen beigetragen haben.

Liebe Grüße



Eure Alex ;))

Links zum Thema: 


Dezember 12, 2014

Kooperation mit Hamburg und St. Petersburg

Meine Lieben,
von 26.11 bis 30.11, sind wir, Steffi und ich, nach St. Petersburg geflogen. Da sollte das Vorbereitungstreffen zu einem Jugendevent in Hamburg in 2015 mit dem Arbeitstitel "Energize your city!" stattfinden. Ganz am Anfang hatten wir keine genaue Vorstellung von dem, was uns hier erwarten würde. Wir wussten nur, dass es ein trilaterales Treffen sein wird, um die verschiedenen Organisationen und Partnerstädte aus Hamburg, Dresden, St. Petersburg im Rahmen eines Projektes zusammen zu bringen.
Ziel des Treffens war es, zum einen das Jugendevent in Hamburg im August 2015 zu planen und zweitens gemeinsam mit Partnern eine konkrete Veranstaltung innerhalb des Events zu organisieren. Was das für ein Projekt sein soll, konnten wir frei mit unseren Partnern erarbeiten. Jede Organisation war an seinen Partner gebunden. Unser Partner ist der "Deutsch - Russischer Austausch St. Petersburg".

Am Ankunftstag haben wir uns kennengelernt und sind gleich in unsere Arbeit eingestiegen. Das Tagungsprogramm und unser Arbeitsplan wurden uns von den Vertretern von MitOst Hamburg vorgestellt, die als Cheforganisation für das Treffen verantwortlich waren. Unsere Sitzungen fanden im Deutsch-Russischen Begegnungszentrum bei der großen lutherischen St.-Petri-Kirche statt. Die St.-Petri-Kirche liegt im Herzen des Newski - Prospekt und nach unserem gemeinsamen Treffen hatten wir gute Gelegenheiten, entlang des Newski - Prospekt spazieren zu gehen und unsere Bekanntschaft in informellen Rahmen fortzusetzen.

Der zweite Tag war für Steffi und mich sehr wichtig. Zuerst mussten wir eine Energierunde initiieren. Nach dem „Energize your bodys“ (ein paar Methoden um uns wach zu machen) mussten wir unsere Ziele und die Motivation für die Teilnahme an dem Jugendevent formulieren. Nachmittags sammelten wir unsere schönen abwechslungsreichen Ideen, was unsere zukünftige Programmgestaltung angeht. Es war nicht leicht, da die russische Seite gleich mit konkreten Fragen anfangen wollte, wie z.B. Finanzierung, Projekttitel, Altersgrenze der Teilnehmer, Teilnahmekriterien. Dem gegenüber interessierte sich die deutsche Seite eher für „globale Sachen“ - unsere Philosophie und Ziele und erst später sollten konkrete Sachen besprochen werden. Na ja, es war schon klar, dass wir verschiedene Vorstellungen haben. Trotzdem haben wir eine „gemeinsame Sprache“ gefunden und konnten weiter produktiv arbeiten. Unsere Ziele und Motivation wurden letztendlich bestimmt und in Gruppenarbeit weiterentwickelt: das Projekt sollte zentrale Zukunftsfragen enthalten; die jungen Menschen sollen zu Partizipation ermutigt werden und mit Hilfe unseres Projekts interkulturelle Schlüsselkompetenzen erwerben; alle Partnerorganisationen sollen sich in eine gemeinsame Aktion einbringen usw.
Der dritte Tag war fast ausschließlich der Entwicklung des Hamburger Events vorbehalten. Wir wussten bereits, dass wir ein Jugendlager in Hamburg für 10 Tage mit 300 Teilnehmer vorbereiten sollen. Sooo riesig! Wir haben den „roten Faden„ des Projekts gesucht und gefunden und konnten so Schritt für Schritt planen. In Gruppen arbeiteten wir an der Programmentwicklung, technischen Ausstattung und der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Der PJR hat sich bei der Programmentwicklung gemeldet, die größte Gruppe an dem Tag. Zusammen haben wir einen Überblick und ein Programm für jeden Tag geplant. Aufgrund der vielen Ideen und Vorschlägen von den verschiedenen Organisationen konnten wir uns nicht gleich einigen. Es war harte Arbeit. Aber wir haben es geschafft und unser Programmnetz war am nächsten Tag fertiggestellt.
Unsere Abendessen müssten wir zusammen mit unserer Partnerorganisation organisieren, um an unserem eigenen Partner-Workshop zu arbeiten. Maria Fetisova vom Deutsch- Russischen Austausch, Steffi und ich wurden schnell Freunde. Und zusammen haben wir auf Russisch und Deutsch ein paar Ideen entwickelt. Wir freuen uns auf unsere Partnerschaft und haben schon weitgehende Pläne für unsere Zusammenarbeit in der Zukunft. ;))
Während des Treffens hat PJR nicht nur mit unserer Partnerorganisation Kontakten geknüpft, sondern auch noch weitere Partner gefunden. Es gab noch zwei Organisationen die bereit sind, aktiv mit dem PJR zusammenzuarbeiten. Wir haben nicht erwartet, dass unsere Organisation so viel Interesse weckt. Es war sehr angenehm für uns.
Am letzten Tag war ich sehr traurig. Wir haben so viel Zeit miteinander verbracht, sind zu einem tollen Ergebnis zusammen gekommen, und wir waren alle froh, mit den Organisationen aus St. Petersburg kooperieren zu können. Infolge dessen haben wir ein riesiges und attraktives Projekt auf die Beine gestellt. Es blieb noch einige Zeit, um das künftige Zeitmanagement zu organisieren und die nachfolgenden Aufgaben zwischen den Organisationen zu verteilen.
Natürlich waren wir nicht nur mit unserem zukünftigen Projekt ganztägig beschäftigt. Vielen Dank an die Organisatoren der russischen Seite, dem Deutsch - Russischen Begegnungszentrum. Wir wurden in die russische Kultur eingeführt, haben die russische Küche ausprobiert, mmm… lecker. Natürlich hatten wir nicht so viel Zeit für Stadtführungen, aber ein bisschen konnten wir diese wunderschöne Stadt doch kennenlernen.
Neue Freunde, Partnerschaften, nette Atmosphäre, produktive und interessante Arbeit – ich glaube niemand ist ungerührt geblieben. Ich möchte ein großen Dank auch an die Organisatoren von deutscher Seite zum Ausdruck bringen, dem MitOst Hamburg e. V., und natürlich dem Politischen Jugendring Dresden e. V. für diese wunderbare Gelegenheit!
Liebe Grüße,

eure Alexandra;))